Altersarmut droht vor allem den Frauen

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Altersarmut droht vor allem den Frauen

Jeder zweite Deutsche fürchtet sich vor Altersarmut. Mehr als die Hälfte der Frauen hat Angst davor, im Alter unter Armut zu leiden. Ein Drittel davon gibt dabei an, sich bisher nur wenig um ihre Altersvorsorge gekümmert zu haben. Die Männer sind dabei mehr entspannt: nur 41 Prozent der Männer gibt zu, dass sie Angst vor Altersarmut haben. Zu diesen Ergebnissen sind nach einer Umfrage die Spezialisten aus Swiss Life Deutschland gekommen.

Durchschnittliche Altersrente bei deutschen Frauen beträgt 653 Euro

Aus der aktuellen Zahlen der Deutschen Rentenversicherung (DRV) ist zu sehen, dass die Deutschen sich nicht unbegründet so viele Sorgen um ihr Einkommen im Alter machen. Das Problem der Altersarmut betrifft vor allem Frauen in den alten Bundesländern. Im Jahr 2015 betrugen bundesweit die Rentenbezüge 1.130 Euro bie den Männern im Ruhestand, und die Frauen könnten im Durchschnitt lediglich mit knapp 653 Euro rechnen.

Die Höhe der Rente hängt von der sozialen Entwicklung ab und ist regional unterschiedlich. Die Frauen in neuen Bundesländern profitieren momentan davon, dass sie zu den DDR Zeiten öfter arbeitstätig waren. Außerdem haben sie seltener als die Frauen in West-Deutschland Pausen in ihrem Berufswerdegang gemacht, um die Kinder zu erziehen oder die Angehörigen zu pflegen.

In Westdeutschland war es, im Gegenteil, verbreitet, dass der Ehemann allein das Geld für die Familie verdiente, und die Frau sollte zu Hause bleiben und die Kinder erziehen. Daraus folgt, dass die Frauen geringere Rentenansprüche haben. Auch die Kindererziehung und Pflege Angehöriger haben oft negative Auswirkungen auf die Höhe der Rente.

Männer kümmern sich mehr um ihre Altersvorsorge, um in Altersarmut nicht zu geraten

Trotz bereits vorhandener Angst vor der Altersarmut wird die Altersvorsorge oft weiterhin vernachlässigt. Dabei kümmern sich die Männer um ihre Altersvorsorge mehr als die Frauen. Nur 37 Prozent der Frauen geben an, sich um ihre Altersvorsorge zu kümmern. Bei den Männern sind es 47 Prozent.

Mehr Informationen zum Thema „Altersarmut“ finden Sie hier.

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Comments
  • Karla Herzl

    Das größte Problem ist, dass Erziehungsarbeit in D für die Rente nach wie vor nicht ausreichend berücksichtigt wird. Und diese wird eben nach wie vor in erster Linie von Frauen geleistet – unter anderem weil veraltete Modelle wie das Ehegattensplitting es oft unrentabel für Familien machen, wenn die Frau erwerbstätig ist. Zudem verdienen Frauen im Beruf häufig weniger, was wiederum diese Dynamik begünstigt, da es aus finanzieller Sicht sinnvoll ist, wenn der weniger verdienende Elternteil zuhause bleibt. Die Arbeitgeber wiederum machen es schwierig, wieder in den Beruf einzusteigen etc. Meiner Meinung nach sollte die Erziehungstätigkeit vom Rentenanspruch her der letzten Tätigkeit vor der Elternzeit gleichgestellt werden (zumindest für die Dauer der Elternzeit, also drei Jahre pro Kind). Denn die Mütter zahlen in dieser Zeit zwar nichts in die Rentenkasse ein – aber sie ziehen die zukünftigen Beitragszahler groß, was ein mindestens ebenso wichtiger Beitrag zum Generationenvertrag ist.
    Die Verantwortung auf die Frauen abzuschieben und ihnen vorzuwerfen, sie kümmerten sich zuwenig, ist meiner Meinung nach etwas zu kurz gesprungen. Denn wo ohnehin kaum Geld übrig bleibt, ist wenig Spielraum für eine Vorsorge. Aktuelle Modelle, die hier entgegenwirken sollen, z.B. die Riester Rente, beheben die Problematik kaum, siehe hier: https://www.finanzvergleich100.de/reiseversicherung-vergleich/lohnt-sich-die-riester-rente-fuer-muetter/
    Natürlich ist private Vorsorge wichtig. Und heutzutage sollte jede Frau nach Möglichkeit nicht zuhause bleiben, bis die Kinder erwachsen sind, sondern baldmöglich wieder in den Beruf einsteigen, spätestens mit dem Kindergartenalter. Aber es gäbe viele Stellschrauben, an denen Politik und Gesellschaft ansetzen müssten, um den aktuellen Missstand zu beheben. Angemessene Wertschätzung für Kinder und die mit ihnen verbundene Erziehungsarbeit wäre ein Anfang.

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