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Kapitalverrentung  - Milosz-Bartoszczuk

Kapitalverrentung – nichts für 08/15 Lösungen

Kommt eine Kapitallebensversicherung oder eine Abfindung zur Auszahlung, stellt sich für die Empfänger meist die Frage, wie das vorhandene Kapital in ein regelmässiges, sicheres Einkommen umgewandelt werden kann. Eine Kapitalverrentung des Geldes ist eine mögliche Lösung. Je nach Voraussetzung des Anlegers (Alter, Geschlecht, Gesundheitszustand), bzw. Vorstellungen (Sicherheit, Hinterbliebenenvorsorge, Erbregelung, Flexibilität, etc.) müssen dabei aber unterschiedliche Wege bei der Kapitalverrentung beschritten werden, sonst drohen teure Überraschungen. Wir wollen Ihnen hier einige der wichtigsten Punkte diskutieren und Lösungsansätze aufzeigen:

• Höhere Garantierente
• Verrentung durch Fondsprodukte
• Kapitalverrentung als Teil der Hinterbliebenenvorsorge
• Verrentungen sind für Frauen unattraktiv. Meistens.
• Kaufkraftverlust bei der Verrentung vorbeugen.
• Verrentungen so flexibel wie das Leben.

Garantierenten sind höher

Private Leibrentenversicherungen bestehen einerseits aus einer garanierten Rente, die (unter normalen Umständen) niemals sinken kann und einer Überschussrente, welche vom Anlage- und Betriebsergebnis der Gesellschaft abhängen. Lange Jahre waren diese Überschussrenten nachgerade heilig, in den letzten Jahren haben aber auch renommierte Häuser diese Renten schmerzhaft gekürzt. Gesellschaften im Europäischen Ausland, wie die AEGON mit Sitz in den Niederlanden und Irland, gehen hier einen andern Weg.

Bei klassischen deutschen Rentenversicherungen wird die Sicherheit der Rente durch gesetzlich reglementierte Anlagerichtlinien hergestellt. Bei Garantierenten ist wird nicht das Kapital, sondern die resultierende Rente garantiert. Dadurch können Kapitalanlagen eingesetzt werden, welche deutlich dynamischer und damit ertragreicher wie der Deckungsstock einer deutschen Versicherung sind. Beispiel hierfür die die besagte AEGON mit ihrer Secure DepotRente.

Kapitalverrentung durch Fondsprodukte – Chancen nutzen, Risiken ausschließen

Fondsbasierte Renten versprechen eine höhere (Durchschnitts-) Rendite, haben jedoch meist keine garantierte Rente anzubieten und bergen das Risiko eines unerwarteten Kursverlaufes in sich. Bei anteilsgebundenen Kapitalverrentungen bevorzugen wir deshalb With-Profits Policen, welche nicht nur über eine historisch belegte Erfolgsgeschichte verfügen, sondern auch über einen für Auszahlungspläne besonders attraktiv konstruierten Kapitalschutzmechanismus.

Der regelmäßige Verlauf einer With-Profits-Police (UWP) mindert außerdem die Nachteile, welche jede renditestarke Fondspolice in sich birgt: Dynamische Kapitalanlagen eignen sich normalerweise nicht für eine Verrentung, weil man auch Anteile verkaufen muss, wenn die Anteilspreise tief sind. Etwas was man bei einer normalen Anlage niemals tun würde. Das mindert die Rendite im Schnitt um ca. 1% und macht ¬die gewonnen Vorteile wieder zunichte. Bei einer Pool-Lösung wie bei den With-Profits-Policen ist dieses Risiko je nach Ausgestaltung klein, bzw. nicht vorhanden.

Kapitalverrentung als Teil der Hinterbliebenenvorsorge.

Wer bei der Kapitalverrentung nicht nur auf sich selber achten muss, sondern Lebenspartner oder Hinterbliebene einbinden möchte, sollte eine Versicherung auf zwei oder mehr Leben (letztversterbenden Basis) ins Auge fassen, weil damit nicht nur die Hinterbliebenenvorsorge geregelt, sondern auch eine flexible Nachlassregelung betrieben werden kann.
Verrentungen sind für Männer unattraktiv. Meistens.

Seit der Einführung der Unisex-Tarife, in denen die geschlechterspezifischen Unterschiede nicht mehr berücksichtig werden (dürfen), sind klassische Renten für Männer eigentlich ein no-go. Weil Ihre Lebenserwartung tiefer liegt, als die der Frauen, sind Sie bei der Mischkalkulation automatisch zweiter Sieger. Zur tiefen Rente wegen den ebenso tiefen Zinsen, kommt jetzt noch ein zu tiefe Rente, um überhaupt eine realistische Chance zu haben, die einbezahlten Beiträge wieder zurück zu bekommen. Hier sind eigentlich garantiere Auszahlungspläne, wie sie in Form von Variable Annuities zu haben sind, deutlich attraktiver.

Inflationsrisiko: wie sie dem Kaufkraftverlust bei der Verrentung vorbeugen.

Lassen Sie sich von den publizierten Daten nicht täuschen*: Die Kaufkraft von Renten nimmt mit der Zeit laufend ab. Besonders Frauen sind wegen Ihrer längeren Lebenserwartung von diesem Phänomen betroffen. Abhilfe helfen Rentenmodelle mit progressiv steigenden Renten, welche die Inflation ausgleichen. Natürlich gibt es diesen Inflationsschutz nicht kostenlos. Vielmehr erkauft man ihn sich mit einer tieferen Rente zu Beginn, eine parallel zum Alter zunehmende Kapitalrente.

Das Leben kann sich auch im Alter noch ändern. Darum die Kapitalverrentungen flexibel gestalten.

Was, wen der Entscheid eine Rente zu beziehen, sich in der Zukunft irgendwann als falsch erweist, weil sich die Pläne oder die Lebensumstände geändert haben? Die klassische Leibrente ist hier ziemlich unflexibel. Hingegen gibt es neue Versicherungsmodelle, in welchen Kapitalbezüge und Rentenphasen frei miteinander kombiniert werden können.

Flexible Produkte zur Verrentung des Kapitals, welche also Kapitalanlage und Rentenversicherung in einer Police vereinen, sind zwar einfach in der Verwaltung, können aber Kosten- und damit Renditenachteile haben. Außerdem ist eine Verschiebung der Entscheidung, wann eine Rente bezogen werden soll, unter Umständen schlecht für die Höhe der Garantierente. Diese nimmt nämlich aufgrund der Entwicklung der Lebenserwartung kontinuierlich ab. Es lohnt sich deshalb, die einzelnen Instrumente für die Verrentung des Kapitals eingehend miteinander zu vergleichen. Vor allem aber rechnet es sich, diese Problematik durch die Einbindung der Verrentung in eine individuelle Finanzplanung auszuschließen.

Kapitalverrentung ein Fazit:

Es gibt zahlreiche Möglichkeiten ein vorhandenes Kapital zu verrenten. Meist ist es mit einem bloßen Angebotsvergleich nicht getan, da ohne fundierte Marktkenntnisse weder die Möglichkeiten, noch die Risiken erkannt werden können. Es empfiehlt sich, deshalb für die Einrichtung einer Kapitalverrentung einen ausgewiesenen Spezialisten zurate zu ziehen.
*die Lebenshaltungskosten steigen für ältere Menschen auch bei niedriger Inflation laufend an, weil immer mehr Zuzahlungen, Beiträge und Steuern zu bezahlen sind.